Diabetikertipps für die Fußpflege

Beugen Sie Fußschäden vor

Die Fußpflege ist für Diabetiker(innen) deshalb so besonders wichtig, weil hohe Blutzucker­werte, sowie Schwankungen und die zu niedrigen Blutzuckerwerte Veränderungen an den Gefäßen und Nerven mit sich bringen können. Die Folge davon sind Stoffwechselstörungen in den Nerven oder eine fortschreitende Gefäßverkalkung. Weiterhin steigt die Anfälligkeit für Infektionen. Da die Störungen anfangs meist schmerzlos verlaufen, kann sich sehr schnell ein diabetisches Fußsyndrom (DFS) entwickeln. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Fußkontrolle enorm wichtig.

  • Kontrollieren Sie täglich Ihre Füße auf Veränderungen. Legen Sie einen Spiegel auf den Boden und betrachten sie aufmerksam Ihre Fußunterseite.
  • Gehen sie einmal im Monat zu einem Fußpfleger oder besser Podologen, der eine Zusatzausbildung "Der diabetische Fuß" hat.
  • Es ist lebenswichtig für Sie, einmal jährlich Ihre Füße von einem erfahrenen Arzt kontrollieren zu lassen.
  • Gehen Sie nie barfuß!
  • Benutzen Sie bei kalten Füßen keine Heizkissen oder Wärmflaschen.
  • Tragen Sie weiche, gut passende Schuhe - immer mit weichen Strümpfen oder Socken. Die Strümpfe oder Socken müssen faltenfrei anliegen und das Bündchen darf nicht einschneiden. Kontrollieren Sie die Schuhe vor dem Anziehen darauf, dass keine Steinchen oder Fremdkörper darin sind, die Druckstellen oder Verletzungen verursachen können.
  • Neue Schuhe kaufen Sie am besten am Nachmittag, wenn die Füße etwas ange­schwollen sind. Drücken die Schuhe bei der Anprobe nicht, werden Sie diese immer bequem tragen können. Ziehen Sie die neuen Schuhe anfangs trotzdem nur 1 bis 2 Stunden am Tag an, damit sich der Fuß auf ihren neuen Schuh einstellen kann.
  • Neue Schuhe oder der richtige Schuh für Diabetiker:
    Ihre Schuhe sollten ausreichend breit, lang und hoch und aus weichem, geschmeidigem Leder ohne fühlbaren Innenkanten (Nähte) sein. Nur Schnürsenkel oder ein Klettverschluss kommen in Frage, ein Gummizug ist tabu. die Schuhe sollten ein stoßdämpfendes Fußbett und maximal 20 mm Absatz haben.
  • Vermeiden Sie nasse Füße durch Regen oder Schnee.
  • Zu lange Fußbäder (nie länger als 5 Minuten) weichen Ihre Haut zu sehr auf. Die Wassertemperatur sollte nicht höher als 28 °C sein. Trocknen Sie die Füße mit einem weichen Handtuch - nicht zu sehr rubbeln, das verletzt die Haut - und vergessen dabei bitte auch nicht die Zehenzwischenräume.
  • Lassen Sie Ihre Fußnägel am besten nur vom Podologen schneiden.
  • Bei verhornten Stellen am Fuß bitte keine Eigenbehandlung - auch nicht mit einem Hornhautentfernungspflaster. Lassen Sie das die Spezialisten tun.
  • Trainieren Sie Ihre Füße z.B. durch Spaziergänge, Fußgymnastik oder Radfahren.
  • Lassen Sie bitte das Rauchen sein, weil Rauchen die Blutgefäße verengt.

 

Bemerken Sie folgende Anzeichen an Ihren Füßen, dann sind das die Vorboten neuropathischer Schädigungen und sie sollten unbedingt Ihren Arzt aufsuchen!

 

  • Kribbeln in den Füßen (Ameisenhaufen - Beginn in den Zehen, steigt "sockenförmig" bis in die Unterschenkel hoch).
  • Taubheits- oder Pelzigkeitsgefühl.
  • "Eingeschlafene" Füße.
  • Brennenden Füße (Dauerhaft kalte Füße deuten eher auf eine >Durchblutungsstörung hin).
  • Gangunsicherheiten ("Laufen wie auf Watte" / "Schaufensterkrankheit" - claudicatio intermittens).
  • Häufige Wadenkrämpfe / Muskelzuckungen.
  • Schmerzen (Brennend, stechend, stumpf) an den Füßen (Ruheschmerz - meist nachts, "Bettdecke ist mir unerträglich").
  • Schlecht heilende, offene Stellen, vor allem an den Fußunterseiten.
  • Reduzierte Gelenkbeweglichkeit (Zehen bewegen).
  • Hautschwielen an Druckstellen (Dunkle Stellen in Schuhen kontrollieren).
  • Trockene, warme, rissige Haut, "Pergamenthaut", starke Hautabschuppung.

 

Wann sollten Sie die professionelle Hilfe eines Podologen in Anspruch nehmen?

  • Sie sehen schlecht.
  • Mit Ihren Händen erreichen Sie schlecht Ihre Füße.
  • Niemand kann Ihnen bei der täglichen Pflege und Kontrolle Ihrer Füße helfen.
  • Sie haben eingewachsene Zehennägel, Hühneraugen oder Warzen, die Sie selbst nur mit großem Verletzungsrisiko behandeln können.
  • Sie hatten bereits eine schlecht heilende Wunde am Fuß.